Der Weltfrauentag ist ein internationales Ereignis, das die sozialen, wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Erfolge von Frauen auf der ganzen Welt feiert. Es ist aber auch ein Tag, um über den aktuellen Stand der Wirtschaft und über die Diversität in Unternehmen nachzudenken und Verbesserungspotenziale zu finden. Hier bei Webgains haben wir derzeit 17 % mehr Frauen in Führungspositionen als der Durchschnitt. Und obwohl wir darauf sehr stolz sind, können wir alle immer noch mehr tun, um die Diversität und die Inklusion in all unseren internationalen Teams zu fördern und verbessern.

Von links nach rechts: Alona Malinovska, Mumtaz Khamker, Friederike Kälble, Nichelle Buettner

Wir glauben daran, dass ein Netzwerk nur so stark ist wie seine Verbindungen, und zwar nicht nur im Tagesgeschäft. Unsere Unternehmenswerte in Kombination mit unseren erfahrenen und engagierten Talenten machen unseren Vorsprung aus. Anlässlich des Weltfrauentags haben wir mit vier herausragenden Frauen in Führungspositionen bei Webgains gesprochen. Dabei wollten wir mehr über ihre Erfahrungen und Begabungen erfahren, die ihre wertschätzenden Führungsqualitäten im Webgains Team ausmachen.

ALONA MALINOVSKA

UK MANAGING DIRECTOR
Was hat dich motiviert, bei Webgains eine Führungsrolle zu übernehmen?

Als ich vor einigen Jahren bei Webgains anfing, wurde mir die Frage nach meinem Fünfjahresplan gestellt. Zum Teil, um mich von anderen Bewerbern abzuheben, und halb als Scherz sagte ich, dass ich beabsichtige, Geschäftsführerin von Webgains zu werden. Die Stelle, für die ich mich damals bewarb, war Account Manager. Bei Webgains wurde mir dann klar, dass es sich um ein Unternehmen mit hervorragenden, talentierten Kolleginnen und Kollegen handelt. Ein Team, wie unseres zu führen, ist eine Freude und Motivation für sich.

Was ist deiner Meinung nach die wichtigste Führungsqualifikation?

Ich wünschte, es gäbe eine bestimmte, sich nie ändernde Fähigkeit. In Wirklichkeit sind viele Kompetenzen wichtig. Was mir dabei sofort einfällt, ist die Fähigkeit, ein Team von begabten, engagierten Menschen nicht nur aufzubauen, sondern sie zu fördern und ihnen zu vertrauen. Sich auf sein Team einzustellen und vor allem den individuell passenden Kommunikationsstil zu wählen, ist dabei unabdingbar.

Eine weitere Fähigkeit, die es zu meistern gilt, ist angesichts extrem veränderter Marktbedingungen ruhig und kontinuierlich seine Entscheidungen ständig in Frage zu stellen und über die eigene Komfortzone hinaus zu denken. Ich kann nicht behaupten, dass ich irgendetwas davon perfektioniert habe, es ist eine lebenslange Reise und ein ständiger Wandel. Dies bringt einen der wichtigsten Werte von Webgains perfekt auf den Punkt: never stop learning

Was ist das Überraschendste, das du als Frau in leitender Position über dich selbst herausgefunden hast?

Wahrscheinlich, dass man sich nicht über seine Veranlagung definiert oder diese Fähigkeiten einschränken. Ich bin von Natur aus sehr schüchtern, und durch ständiges Üben habe ich es geschafft, mich selbstbewusst auszudrücken und mich in der Führungsposition durchzusetzen. Mit genügend Tatendrang, Neugier und Ausdauer, kann man unglaublich viel erreichen.

Welchen Ratschlag gibst du Frauen, die sich in deinem Unternehmen weiterentwickeln wollen?

Lass dich darauf ein, Fehler zu machen und aus diesen zu lernen. Kämpfe gegen deine Schwächen an.

Was können Unternehmen tun, um Mütter in Führungspositionen besser zu unterstützen? Was macht Webgains anders?

Wir bieten gezielt Eltern verschiedene Vorteile: Angefangen von flexiblen Arbeitszeiten bis hin zu Benefit-Paketen. Da wir ein agiles Unternehmen sind, definieren wir oft spezifische Positionen innerhalb des Unternehmens, die für Menschen aufgrund ihrer familiären Situation optimal geeignet sind. Wir überprüfen unser Angebot dabei von Jahr zu Jahr und entwickeln es immer weiter. So planen wir z.B. in England das Elternzeit-Paket weiter zu verbessern und betriebliche Kinderbetreuungsprogramme einzuführen.

MUMTAZ KHAMKER

GLOBAL HEAD OF STRATEGIC GROWTH
Du hast vor kurzem einen Kurs für Frauen in Führungspositionen abgeschlossen. Was waren deine drei wichtigsten Erkenntnisse daraus?

Das erste, was ich dabei gelernt habe ist, wie wichtig es als Führungskraft ist, eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe zu führen, die das Vertrauen in den anderen unheimlich stärkt. Ich habe auch gelernt, wie man als Führungskraft sein Auftreten stärkt. Und schließlich, wie man sich über sich hinaus wächst. Denn das Festhalten am Standard kann nicht nur das Wachstum einschränken sondern auch einem strategischen Denken im Weg. Der Schlüssel zu den meisten Dingen im Leben liegt darin, zu erkennen, wie man sein „Alleinstellungsmerkmal“ herausstellt.

Was war das Überraschendste, das du nach Abschluss des Kurses „Frauen in Führungspositionen“ über dich selbst erfahren hast?

Eine der überraschenden Erkenntnisse, die ich daraus gewonnen habe ist, dass ich auch ohne Universitäts-Abschluss mit meinen Kommilitoninnen im Kurs mithalten konnte. Unter ihnen waren viele beeindruckende Frauen wie z. B. Vizepräsidentinnen von Investmentbanken wie JP Morgan.

Eine weitere Erkenntnis, die ich aus dem Kurs gezogen habe ist, wie viel ich durch schwierigen Situationen gelernt habe. Seien es Fehler, die ich in meinen früheren Positionen gemacht habe, berufliche Rückschläge, persönliche Erfahrungen oder Ungerechtigkeiten. All diese Erfahrungen prägen mich und bieten mir einzigartige Lernmöglichkeiten, die ich in meine berufliche Laufbahn einbringen kann.

Was denkst du über das Hochstapler-Syndrom, insbesondere bei Frauen am Arbeitsplatz? Wie überwindest man es?

Es ist schwierig, dieses Thema zusammenzufassen, da es sich nicht um eine eindeutige Entwicklung oder etwas handelt, das man „knacken“ kann. Ich habe kürzlich gelesen, dass das Hochstapler-Syndrom nicht immer etwas Schlechtes ist, wenn man es auf die richtige Weise „anpackt“. Ein Buch, das dies aufgreift, ist Love Your Imposter von Rita Clifton. Sie sagt:

„Authentizität kann deine größte Waffe auf dem Weg zum Erfolg sein“.

Ein weiterer Ratschlag wäre, einen Mentor oder Business-Coach zu haben, mit dem man darüber sprechen kann. Sie können helfen, sich an Stärken und Qualitäten zu orientieren und diese in der eigenen Position einzubringen.  So kann auch das Gefühl, ein Außenseiter zu sein, durchaus etwas Positives sein. Damit wird man herausgefordert, was letztlich dem persönlichen Wachstum und der Entwicklung zugute kommt.

Was hat dich motiviert, bei Webgains eine Führungsrolle zu übernehmen?

Die Chance, ein Vorbild für Frauen und für andere Minderheiten in der Branche zu sein. Ich bin motiviert, mein Wissen und meine Erfahrung mit meinem Team zu teilen und Verantwortung für andere zu übernehmen. Ich bin nicht nur ein Vorbild, sondern freue mich auch über die Möglichkeit, weiter zu lernen und mich selbst weiterzuentwickeln – ein Prinzip, das wir hier bei Webgains sehr stark leben.

Wie hast du im Laufe deiner Karriere Selbstvertrauen und Stärke aufgebaut? Was sind die wichtigsten Tipps und Erkenntnisse, die dir dabei geholfen haben?

Es kann ein Geschenk sein, nicht alles auf einem Teller serviert zu bekommen und kann zu einer „kämpferischen“ Denkweise führen. Ich war zum Beispiel die erste Mitarbeiterin eines US-Unternehmens, als es seine Niederlassung im England eröffnete. Wir mussten das Unternehmen buchstäblich von Grund auf aufbauen und gleichzeitig um jede Geschäftsmöglichkeit kämpfen, oft unter ungünstigen Bedingungen. Wir lernten, mit begrenzten Ressourcen zu arbeiten und gleichzeitig die gleichen Ziele zu verfolgen wie der Rest des Unternehmens.

Harte Bedingungen = Durchhaltevermögen.

Früher habe ich auch meinen Mangel an „Privilegien“ beklagt, weil ich aus einer Minderheit stammte. Jetzt sehe ich, dass dies auch ein Geschenk war, weil es meine Hartnäckigkeit, meine kaufmännischen Fähigkeiten und meine Belastbarkeit gestärkt hat. Wenn man durch die „Schule des Lebens“ geht, entwickelt man strategische Fähigkeiten, so meine Professorin im Kurs „Frauen in Führungspositionen“.

FRIEDERIKE KÄLBLE

MARKETING & COMMUNICATIONS MANAGER DE
Wie können Frauen andere Frauen in ihrem Job unterstützen?

Ich denke, als Frauen müssen wir uns gegenseitig motivieren. Die gute Arbeit einer anderen anzuerkennen und zu loben und bei Bedarf Unterstützung anzubieten. Wenn du kannst, biete anderen Unterstützung zum Beispiel in Form eines Mentorings an und sei gleichzeitig nicht scheu jemanden zu fragen dein Mentor zu sein. So jemanden zu haben, ist von unschätzbarem Wert für deinen Erfolg und deine persönliche Entwicklung. Von jemandem, der mehr Erfahrung hat als du, kann man eine Menge lernen.

Wie hat Webgains dir persönlich, als jemand, der durch eine traumatische Lebensveränderung in seiner Mobilität eingeschränkt ist, diese Veränderung erleichtert?

Kurz nachdem ich Webgains verlassen hatte, um für ein Jahr zu reisen, wurde ich krank. Ich muss sagen, dass die Anteilnahme und Fürsorge, die ich von der Geschäftsleitung und den Kollegen in Form von Karten, Nachrichten und einem Genesungsteddy erhalten habe, überwältigend war. Es war bei weitem nicht das, was ich erwartet hatte. Deshalb war es für mich nach Jahren der Reha ein Leichtes, wieder für ein Unternehmen zu arbeiten, dem das Wohlbefinden seiner Mitarbeiter wirklich am Herzen liegt. Niemand hat jemals meine Fähigkeiten oder meine Belastbarkeit bei der Arbeit in Frage gestellt, ich musste nicht einmal Bedingungen aushandeln, die es mir erlaubten, Arbeit und unterschiedliche Therapien unter einen Hut zu bringen. Ich musste nur sagen, was meine Bedürfnisse waren, und Webgains war und ist sehr entgegenkommend. Ich habe das Glück, flexibel arbeiten zu können, sei es aus dem Homeoffice oder im Büro. Ich schätze die Möglichkeit sehr, in Teilzeit zu arbeiten und nicht an feste Arbeitszeiten gebunden zu sein, um mich auf meine Genesung konzentrieren zu können. 

Welche Strategien funktionieren deiner Meinung nach gut, um die Integration am Arbeitsplatz zu fördern? Was können Organisationen besser tun, um Menschen mit Behinderungen zu unterstützen?

Auch wenn Unternehmen nicht gesetzlich dazu verpflichtet sind, sendet ein einfacher Satz in der Stellenanzeige, dass Menschen mit Behinderungen bei gleicher Qualifikation und Erfahrung bei der Einstellung bevorzugen werden, das richtige Signal. Es macht Menschen mit Behinderungen Mut, sich zu bewerben. Die größte Befürchtung, als Mensch mit einer Behinderung ist, dass die Arbeitgeber denken könnten, man sei weniger belastbar. Man denkt, dass das Unternehmen nach der persönlichen Vorstellung pauschal eine Absage sendet und man nicht für die zweite Runde der Vorstellungsgespräche eingeladen wird. Diese einfache Maßnahme wird den Bewerbern die Angst nehmen und ihr Selbstvertrauen stärken.

NICHELLE BUETTNER

HEAD OF ACCOUNT MANAGEMENT DE
Du wirst oft als Führungspersönlichkeit innerhalb des DE-Teams hier bei Webgains gelobt. Wodurch unterscheidet sich dein Führungsstil von dem anderer Management-Mitglieder?

Ich denke, es ist wichtig, dass man seine Kollegen und Teammitglieder wahrnimmt. Man muss aufmerksam sein und merken, wenn jemand anders reagiert als sonst. Mein Team weiß, dass meine Tür immer offen ist, wenn sie jemanden zum Reden brauchen, egal ob es sich um eine geschäftliche oder persönliche Angelegenheit handelt. Ich versuche immer, gute Ratschläge zu geben und ihnen bei der Lösung ihres Problems zu helfen. Wenn mich jemand aus dem Team um ein Treffen bittet, dann ist das meine Priorität. Alles andere kann bis nach dem Austausch warten.

Was ist deiner Meinung nach die wichtigste Führungsqualifikation?

Ich vergleiche meine Rolle als Teamleiterin mit einer Waage. Auf der einen Seite steht das Unternehmen mit seinen Zielen, Prognosen usw., die wir als Team erreichen müssen. Auf der anderen Seite stehen die Mitarbeiter, die die tägliche Arbeit erledigen und dafür sorgen, dass das Geschäft aus der Serviceperspektive gut läuft. Die Waage muss perfekt ausbalanciert sein. Wenn man nur auf das Geschäft schaut und nur den Gewinn sieht, werden deine Mitarbeiter nicht motiviert und man kann sie nicht im Unternehmen halten. Wenn man sich nur um seine Mitarbeiter und ihre individuellen Bedürfnisse kümmert und versucht, ihnen alles zu geben, was sie verlangen, wird das Unternehmen nicht wachsen und auf lange Sicht nicht rentabel bleiben. Für mich ist daher das Gleichgewicht zwischen Unternehmen und Mitarbeitern das Wichtigste.

Was ist das Überraschendste, das du als Frau in einer leitenden Position über dich selbst erfahren hast?

Das ist eine wirklich gute Frage. Ich persönlich glaube, ich habe mich stark weiterentwickelt, wenn es darum geht, meine Meinung zu sagen oder einzugreifen. Ich habe heute den Mut, meine Meinung zu sagen oder Vorschläge zu machen, was ich in der Vergangenheit nicht immer getan habe.

Welchen Rat hast du für Frauen, die sich in deinem Unternehmen weiterentwickeln wollen?

Bleib dir selbst immer treu und lasse nicht zu, dass irgendjemand oder irgendetwas deine Persönlichkeit verändert.

Welchen Rat würdest du deinem jüngeren Ich geben, wenn es seine unternehmerische Laufbahn beginnt?

Nimm nichts persönlich!

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